Weird hat geschrieben:Ich finde es sehr reizvoll, die oftmals belächelten Handarbeiten zu nehmen und nicht nur an die Öffentlichkeit zu tragen, sondern was ganz neues mit den Techniken zu machen. Sozusagen das Traditionelle aus dem Traditionellen zu entfernen und in einen neuen Kontext zu stellen, modern zu machen, drauf aufmerksam zu machen.
Stimmt! Das ist ein guter und wichtiger Aspekt.
Ich muss ehrlich gestehen, dass aber gerade Stricken in der Öffentlichkeit für mich oft eine Überwindung ist, weil es eben so klischeeweiblich ist und weil ich es hasse, Klischees zu bedienen. Ich weiß, dass das genauso einengend ist wie das Klischee selbst, immerhin sollten wir tun, was uns Spaß macht, egal, wie es angesehen wird.
Ahhja, das kenne ich. Aber ich denke, man kann Stereotype nicht in den Köpfen der Menschen ändern, sondern nur in der Welt, mit seinen eigenen Aktionen. Und wenn man es schafft, sich aus stereotypem Verhalten zu befreien, sollte man nicht die (vermutet) stereotypen Denkmuster anderer Menschen voraussetzen, um sein Verhalten dann nochmal anzupassen... Einerseits gibt das auch wieder nur Gehirnmatsche, weil man sich im Kreis dreht. Dann tut man möglicherweise anderen Leuten Unrecht, die gar nicht in Stereotypen denken, obwohl man's von ihnen erwartet - und zuletzt schränkt man sich, wie du schon sagst, selbst ein.
Ich denke, wenn man mit den Widersprüchen in seinem eigenen Leben seinen Frieden gemacht hat, kann man auch in sich ruhend klischeeweibliche Dinge gut finden oder machen. Ich schminke mich auch und habe einen irren Spaß daran! Na und? Ich mag das, unabhängig von weiblichen "man muss soundso aussehen"-Klischees.
Und klar: Das IST anstrengend. Weil man nicht zuletzt damit konfrontiert wird, dass nicht alle Menschen aufgeklärt und emanzipiert sind, dass man mit seinen eigenen Änderungen im Kopf und im Handeln nicht die ganze Welt ändern kann, dass man an Grenzen stößt und abgewertet wird, obwohl man für sich schon beschlossen hat, dass es keine Abwertung ist, etwas weibliches zu tun, ebensowenig, wie etwas männliches zu tun.
Denn seien wir mal ehrlich: Als Frau wirst du von Leuten, die dich abwerten wollen, eh abgewertet: Entweder du bist eine blöde Emanze, die ja schon ein halber Mann ist (iiiih!), oder du bist ein Hausmütterchen, das den ganzen Tag rumfaulenzt und nix drauf hat, oder du bist eine dumme Gebährmaschine, die zu blöd zum Verhüten ist, oder du bist eine doofe Tippse, die zu dumm zum Studieren war, aber auch keinen Mann hat, der sie versorgt, oder du bist eine Karriereschlampe, der es nicht richtig besorgt wird... Du hast die freie Auswahl.
Aber diskriminieren kann dich jede/r, der oder die will.
So, das von mir.

*wink*
TQ
Irgendwo zwischen Tippse, Karriereschlampe und blöde Emanze